Kosmologie: Der Orden und der Konzern

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Das Verhältnis zwischen Konzern und Orden gleicht einer Geschäftsehe. Nachdem alle Versuche, interstellare Raumfahrt zu realisieren, in Katastrophen endeten, sah der Konzern die Duldung des Ordens als wirtschaftlichste Möglichkeit, Zugang zu dieser technologischen Ressource zu erlangen. Natürlich wurde auch hier ständig versucht, nach dem Prinzip "teile und herrsche" direkten Zugang zu diesen Technologien zu erlangen, aber die Analytiker und Planspieler des Konzerns unterschätzten hier völlig den auf der gemeinsamen Philosophie beruhenden inneren Zusammenhalt des Ordens. Die Bruderschaft hingegen gab sich geschickt den Anschein, anfällig für Korruption zu sein und erlangte so gegen Preisgabe kaum nutzbarer Errungenschaften eine Anzahl an Zugeständnissen, die es zum Beispiel erlaubten, in Jugendorganisationen Mitglieder zu rekrutieren und auch Einfluss auf die Kriegsführung der Konzernmiliz zu nehmen. Im Gegenzug für Autonomie und Rekrutierungsmöglichkeiten stellt der Orden der Konzernregierung das Knowhow zum Bau von Portalstationen zur Verfügung, mit denen Rissportale geöffnet werden können. Prototypen von Schiffen, die ohne Portalstation Risse öffnen können sind in Entwicklung. Die hoch komplexe Ansteuerung der Feldgeneratoren wird von Ordenstechnikern übernommen, die genaue Technik bleibt ein wohl gehütetes Geheimnis des Ordens, mit dem er sich seine Unabhängigkeit sichert.

Als der Konzern diese Entwicklung zu durchschauen beginnt, ist es für eine offene Konfrontation des Ordens zu spät, denn der Orden ist zu diesem Zeitpunkt durch soziale Tätigkeiten und durch ein nicht zu unterschätzendes Heldenbild in der Bevölkerung so beliebt geworden, dass ein Konflikt ein innenpolitisches Debakel bedeutet würde. Allerdings nahm der Konzern insgeheim seine Raumfahrtforschung wieder auf, um sich unabhängig zu machen von dem lästigen Outsourcing in so einem strategisch wichtigen Bereich.

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